1868 - 1922

 Geschichte der FF Spitz

Situation in Spitz in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts:

Die meisten Häuser hatten nur Schindeldeckungen und waren in ihrer Bausubstanz sehr dürftig, vieles war in Holzausführung. Es gab noch keine Wasserleitungen, nur Hausbrunnen. Erst nach dem Ersten Weltkrieg  ab ca. 1920 (Wachauerhof bereits ab 1915 vom Sägewerk Schneeweiß) gab es elektrisches Licht, bis dahin nur Petroleum und Kerzen zur Beleuchtung, gesichert durch einen Nachtwächter. Die Straßenbeleuchtung wurde mit Gas betrieben. Wasserleitungen und auch Hydranten gab es ab 1900.
Brandbekämpfung war Nachbarschaftshilfe!

Welche Feuerwehren gab es vor bzw. im Jahr 1868:
Krems ab 1861, Hadersdorf 1865, Weißenkirchen 1867, Wösendorf 1868

Die erste Feuerpolizei- Ordnung der NÖ Landesregierung vom 01. Juni 1870 besagt:
In jeder geschlossenen Ortschaft mit wenigstens 50 Hausnummern hat der Ortsvorsteher, wenn nicht bereits eine freiwillige oder besoldete Feuerwehr besteht, einen Aufruf zum Beitritte zu erlassen.

In der Gemeinderatsitzung vom 20. Juli 1867 fordert der K.u.K. Advokat Dr. K. Badstuber die Installierung einer Feuerwehr!
Es wurden 12 Löscheimer für die Gemeinde, 6 fürs Bürgerspital und 2 Pechfackeln (zur Beleuchtung in der Nacht) angekauft.
Am 25. August 1867 wird die Errichtung einer den örtlichen Verhältnissen angepassten Feuerwehr, aus den männlichen Einwohnern des Marktes im Altern von 16 - 40 Jahren in der Gemeinde beschlossen.
Am 9. Oktober 1868 erfolgte laut Gründungsprotokoll im Gasthaus Pichler (heute Biebl) die Gründung der FF Spitz. Erster Hauptmann war der Steuerkontrollor  Weyringer.
Am 14. Oktober 1870 wird der Pachtvertrag mit dem Pfarramt wegen Überlassung eines Grundes zum Bau der Feuerwehr Remise geschlossen, am 27. Oktober 1870 gefertigt und sohin mit dem Bau begonnen.

Erstes Sitzungsprotokoll vom 30. November 1873 von Stellvertreter Carl Jedek (20 Jahr alt).

 

 

 

 

   

Mai 1874: Zu jeder Übung werden 30 Mann kommandiert und zwar nach der Reihe der Hausnummern.
Am 31. Jänner 1875: Aufruf an alle Hausbesitzer je einen Mann für die FF zu stellen, da sich sonst wegen zu geringer Beteiligung die Feuerwehr aufzulösen scheint.
Aufruf hat gewirkt, bei der Vollversammlung am 25. April 1875 zählt die FF bereits wieder 63 Mitglieder.

20. Februar 1877: Anschaffung einer neuen Abprotz-Spritze.

1882 Beitritt zur NÖ Unterstützungskasse

1884 wurde der Bezirksfeuerwehrverband Spitz gegründet und der Ausbau der Organisationen mit dem Beitritt zu NÖ Landesfeuerwehrverband abgeschlossen.


05. März 1885: Ankauf einer Feuerspritze um 1.000 – 1.200 Gulden wird beschlossen (1.000,00 Gulden = € 6.540,00) und mit tatkräftiger Hilfe der Gemeinde von der Firma Knaust gekauft.

 

Mannschaftsbild 1886:


 

28. April 1892: die Kosten für den Schlauchturm in der Remise mit 162 Gulden werden bewilligt.

An Ausrüstung standen den Florianijüngern ein Hydrophor(Handspritze), Hanfschläuche und Holzleitern, die in den verschieden Ortsteilen gelagert waren zur Verfügung.
Da Spitz schon seit 1900 über eine Ortswasserleitung mit Hydranten verfügte, war die große Schlauchhaspel mit ca. 400m B-Schläuchen ein wichtiges Ausrüstungsgerät das von wenigen Männern schnell überall zu den Brandherden hingebracht werden konnte.
Eine fahrbare Leiter wurde 1900 von Philipp Schwarz gespendet.

 

Fahnenweihe:
Bei der Fahnenweihe am 06. Juli 1913 wurde die von den Ehrenmitgliedern Reichsrat Carl Jedek und Georg Bauer gespendete Vereinsfahne der Feuerwehr übergeben.
Fahnenpatin war die Tochter von RR Carl Jedek, Grete.


 

Grete Jedek:


Mit der schon 1890 vorgeschlagenen, aber vom Kaiser erst 1905 genehmigten Ehrenmedaille für langjährige Feuerwehrdienst (25 Jahre) wurden erstmalig bei der Fahnenweihe die Kameraden Obm.-Stv. Josef Gebetsberger und Franz Angerer vom Bezirksobmann – Stv. Raimund Pichler ausgezeichnet.

Mannschaftsbild 1908:


1. Reihen von Links: Schuldirektor Pittl (Schriftführer), Raimund Pichler (Bezirkskommandant), Georg Bauer (Kommandant), Carl Jedek.

Erster Weltkrieg:

Im Jahre 1914 mussten 28 von 60 Mann einrücken. Weitere 30 Männer wurden später einberufen, sodass nur noch 2 Mann der Wehr in Spitz waren.
Große Verluste in der Mannschaft der Wehr – 11 Gefallenen (Gedenktafel im Feuerwehrhaus).
Am 31. Mai 1917 vernichtete ein Großbrand 8 Häuser in der Roten Torgasse, Schaden 85.000,- Kronen.
Am 3. Juli 1921 brannte die „Kunst“-Möbelfabrik des Hans Cihal ab.