Leinen und Knoten

Heute sind die Leinen aus Kunstfaser (Polyester, Polyamid und Polypropylen) gefertigt. Damit haben sie gegenüber den Leinen aus Naturfaser mehrere Vorteile: Sie sind leichter und geschmeidiger, faulen nicht, nehmen weniger Wasser auf und haben eine höhere Bruchfestigkeit.

Wir unterscheiden zwischen Rettungsleinen und Arbeitsleinen:

Die Rettungsleine

Die Rettungsleine ist eine Leine, die im Feuerwehrdienst nur für die Rettung und Sicherung von Personen verwendet werden darf. Sie ist nach Norm gefertigt, 20 oder 30 Meter lang und misst 12 mm im Durchmesser. Zum Schutz der Leine ist sie in einem Beutel zu verwahren. Die Rettungsleine muss nach jeder Verwendung, bzw. einmal jährlich, einer Sichtprüfung unterzogen werden. Das Ergebnis der jährlichen Prüfung muss schriftlich festgehalten werden.

Die Leine darf nicht mehr als Rettungsleine verwendet werden:

   • 6 Jahre ab Verwendungsdatum (Datum des Lieferscheines),

   • wenn sie beschädigt ist,

   • oder wenn mit der Leine der Sturz einer Person oder eine gleichwertige Belastung aufgefangen wurde.

Die Arbeitsleine

Ausgeschiedene Rettungsleinen können als Arbeitsleinen weiterverwendet werden. In diesem Fall müssen jedoch ihre Enden und der Karabiner rot eingefärbt werden. Werden die Arbeitsleinen in einem Beutel aufbewahrt, so ist dieser optisch zu kennzeichnen, damit die Leine nicht mit einer Rettungsleine verwechselt werden kann.

Für Arbeitsleinen gibt es keine Vorschriften und Prüfungen. Sie können für verschiedene Tätigkeiten, wie z.B. das Festzurren von Geräten, verwendet werden.

 

KNOTEN UND LEINENVERBINDUNGEN

Falsche Knoten und Leinenverbindungen führen zu Unfällen. Deshalb muss jeder Feuerwehrmann die Knoten und Leinenverbindungen gut beherrschen.

Mit Knoten und Leinenverbindungen kann man:

   • Gegenstände befestigen oder miteinander verbinden,

   • Leinen verlängern,

   • Menschen, Geräte, ... abseilen oder aufziehen.

Die Knoten werden teilweise in der Sprache der Alpinisten, Segler, Pfadfinder und der Feuerwehr verschieden bezeichnet.

Alle Knoten entstehen durch Zusammensetzung einer Bucht, eines Auges oder eines einfachen Knotens. Der festgemachte Teil der Leine heißt das stehende Ende. Der Teil der Leine, mit dem Du den Knoten knüpfst, heißt das lose Ende. Das lose Ende soll beim Knüpfen des Knotens immer genügend lang sein (1 bis 1,5 m).

 

Die einzelnen Verbindungsarten

Mit dem halben Schlag sichert man einen Knoten zusätzlich:

Wird z.B. eine Leine an einem Ring, einem Balken oder einer Stange befestigt, so ist es gut, diese mit einem oder zwei halben Schlägen zu sichern.

 

Der Schlag dient zum Sichern von Gegenständen, die aufgezogen werden.

 

Der Kreuzklank ist ein rutschsicherer Knoten, der nach dem Anlegen festgezogen wird. Auch in der Mitte eines Seiles kann dieser Knoten unverrückbar an einem Pflock, einer Stange usw. befestigt werden. Dieser Knoten kann auch mit der Hand gefertigt und über einen Pfosten geworfen werden.

 

Der einfache Ring ist eine leicht lösbare und einfache Befestigungsart. Er wird durch Ziehen am losen Ende gelöst.

Mit dem einfachen Ring kannst du zum Beispiel eine Zille mit dem Zillenhaft am Ufer verheften.

 

Der Zimmermannsklank wird zum raschen Aufziehen von diversen Gegenständen verwendet. Er ist auch bei Belastung leicht zu öffnen.

 

 

 

Der Rechte Knoten verbindet Leinen oder dicke Seile von ähnlicher Stärke. Je ähnlicher der Durchmesser der beiden Leinen ist, desto stabiler hält dieser Knoten! Bei Nässe oder nach starker Belastung ist er aber schwer zu lösen.

 

Der Weberknoten verbindet Leinen mit unterschiedlichem Durchmesser.

Achtung: Je größer der Unterschied in der Stärke der beiden Seile ist, desto weniger hält dieser Knoten - insbesondere bei stärkerer Belastung.

 

 

Mit dem Spirenstich werden zwei gleich dicke, dünne Leinen verbunden. Er lässt sich nach einer Belastung oder bei Nässe leicht wieder öffnen.

 

Der Rundtörn hält fest, zuverlässig und verklemmt sich nicht.

Sichere den Rundtörn immer mit zwei halben Schlägen.

Man kann ihn dazu benutzen, eine Leine um einen Pfosten, ein Geländer, einen Griff oder Balken zu befestigen. Außerdem eignet er sich auch gut für schwere Lasten.

 

 

Die Rettungsschlinge ist einer der bekanntesten Knoten. Sie hält fest und sicher,

d.h. die Schlinge zieht sich um den Körper nicht zusammen. Dieser Knoten lässt sich auch nach großer Belastung leicht wieder öffnen.

Die Rettungsschlinge wird, wie der Name schon sagt, zur Rettung von Personen verwendet (Abseilen). Lege dazu die Schlinge in der Höhe der Brust an der Person an.

 

 

Der Roringstek hält zuverlässig und klemmt nicht.

Mit dem Roringstek kannst du eine Leine an einem Ring befestigen, z.B. an einer Abschleppöse - in diesem Fall muss der Roringstek aber immer mit einem halben Schlag gesichert werden.

 

 

Der Trompetenstich ist ein Verkürzungsknoten, der in eine Leine gelegt werden kann, ohne die Enden zu benutzen, was ihn ideal zum nachträglichen Verkürzen von bereits festgemachten Leinen macht.

 

Der Achtknoten ist ein besonders sicherer, leicht zu erlernender Knoten, der in vielen Bereichen Anwendung findet. Er wird beispielsweise am Ende eines Seils geknüpft, um so ein Durchrutschen aus Rollen oder Ösen zu verhindern.

Der Achtknoten lässt sich auch nach großer Belastung leicht wieder lösen.

 

 

Der doppelte Achtknoten kommt vom Bergsteigen und wird beim Klettern verwendet.

 

Die einfache Gleitschlinge ermöglicht es dir, ein Seil mit wenigen Handgriffen zu spannen. Ist das Seil locker, lässt sich die Gleitschlinge problemlos verschieben. Unter Spannung hält sie jedoch bombenfest.

 

Dieser Knoten dient zur Befestigung eines Bootes an einer Klampe.

 

Der Längsbund dient zum längsseitigen Verbinden von zwei Rundhölzern.

 

Der Diagonalbund dient zum Verbinden von zwei sich kreuzenden Rundhölzern.

Er findet überall Anwendung, wo eine Konstruktion gegen seitliches Wegkippen gesichert werden muss und die Stabilität aus Kreuzbünden nicht mehr ausreicht.

 

 

Der Kreuzbund dient zum Verbinden von zwei sich im rechten Winkel kreuzenden Kanthölzern.

 

Er ermöglicht den Bau von Dreibeinen, da er verdreht werden kann.

 

DAS AUFSCHIESSEN VON LEINEN

Die Leinen müssen sich immer leicht öffnen lassen. Das heißt sie dürfen keinen Knopf haben, und sich nicht verwickeln. Du musst sie deshalb immer richtig aufschießen, d.h. nach einer der beiden Methoden zusammenlegen (siehe Bild) oder in einem Leinenbeutel lagern.

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